Spaziergang vorm Bücherregal
Die letzten Tage standen im Zeichen des 60. Geburtstages meiner Mutter. Außerdem schleppe ich noch eine kräftige Bronchitis mit mir herum, die sich hartnäckig in meinem Körper festgekrallt hat. Zwischen Nachtisch zubereiten und Erstickungsanfällen
blieb jedoch genug Zeit für meinen aktuellen Lesestoff. Ich habe erstmal “Kelch und Schwert” von Glenna McReynolds beendet. Meine Erinnerung trog mich nicht, besonders das Finale hat mich ganz schön ans Buch gekettet, weil es einfach so unfassbar spannend und gut geschrieben war. Ich kann den Roman, auch wenn er leider schon länger vergriffen ist (aber man kriegt ihn für kleines Geld gebraucht) nur weiter empfehlen und werde in absehbarer Zeit auch mal den zweiten Teil lesen, den ich allerdings noch nicht kenne.
Und dann habe ich leider leider “Tolstoi und der lila Sessel” von der großartigen Nina Sankovitch beendet. Ich hab es dann wirklich hinausgezögert, weil ich mich von dem Buch kaum trennen konnte. Ein wunderbares, anrührendes, warmherziges und ehrliches Buch, was sicherlich nicht nur Nina selbst aus einem Tief herausgeholfen hat, sondern auch für seine Leser viele Wege und Denkanstöße bereithält. Hinzu ist es einfach sehr gut geschrieben und wie ich feststellen durfte, schreibt die Autorin tatsächlich an einem neuen Buch über Briefe. Trotzdem habe ich immer noch die Hoffnung, dass sie es einmal mit einem “richtigen” Roman versucht. Ich würde ihn unbesehen kaufen.
Und nun muss ich mich für ein neues Buch entscheiden und da tatsächlich bis Ende März keine Leserunde ansteht, für den LoveLetter momentan alles gelesen ist und auch ansonsten keine Verpflichtungen anstehen, bin ich geneigt meinem Wunsch nachzugehen, mal etwas anspruchsvolleres zu lesen. Ich muss gestehen, Ninas Leseliste hat mich doch ziemlich beeindruckt und mir Lust auf Literatur abseits meiner Trampelpfade gemacht.
Momentan weiß ich nur noch nicht, ob ich zu einem Klassiker oder zu Gegenwartsliteratur greifen soll. Jhumpa Lahiri hatte ich mir ja schon überlegt, aber beim Spaziergang vorbei an meinen Regalen, sind mir noch ganz viele andere Dinge in die Hände gefallen. Updike, Cheever, Franzen, Proulx, etc. etc. – oder eben halt doch mal Dickens und Konsorten. Ich werde noch mal in mich gehen und morgen berichten!
Altlasten
Heute habe den ganzen Tag in einer Altlast gelesen und zwar in “Kelch und Schwert” von Glenna McReynolds, welches ich eigentlich schon seit geraumer Zeit in einer Leserunde lese. Obwohl ich das Buch schon einmal gelesen habe und es wirklich sehr gut finde, würde ich jetzt lieber gerne was Handfestes lesen. Also etwas abseits der Fantasy. Ich glaube Mrs Sankovitch hat mich mit ihrer Literaturwahl angesteckt. Gestern abend hätte ich mir fast ein Buch von Paul Auster bestellt, es dann aber doch gelassen, weil ich auch im Sektor anspruchsvolle und zeitgenössische Literatur genug im Regal stehen habe.
Vermutlich werde ich es deswegen bald mal mit “Fremde Erde” von Jhumpa Lahiri probieren. Das sind ein paar Erzählungen, die mich schon lange reizen und die gute Frau hat den Pulitzer Preis gewonnen, also wird sie so schlecht schon nicht sein!
Bis dahin werde ich aber erstmal “Kelch und Schwert” beenden. Eine wirklich wunderschön geschriebene Geschichte, die sich sicherlich eher an Frauen richtet, weil die Liebegeschichte schon einen großen Raum einnimmt, aber auch Fantasyfans begeistern dürfte. Ich habe besonders das letzte Viertel des Romans als unglaublich spannend und atmosphärisch in Erinnerung. Aber wie das mit Erinnerungen manchmal so ist … ich bin gespannt, ob ich es heute auch noch so sehe, denn das Buch habe ich mit Anfang 20 gelesen.
Und da sind auch noch ein paar Seiten vom lila Sessel… ich zögere es hinaus… ich weiß!
Wenn Bücher Augen öffnen
Ich versuche “Tolstoi und der lila Sessel” nicht wie einen Hamburger zu verschlingen, aber es fällt mir unglaublich schwer. Heute beim Arzt war ich fast traurig, dass ich nur 10 Minuten warten musste und ich bin ungelogen lesend mit dem Buch in der Hand hinter meiner Ärztin ins Behandlungszimmer getrottet. Die gute Frau kennt mich nun auch schon 13 Jährchen und wundert sich bestimmt über nichts mehr. Ich habe ihr dann auch gleich erzählt worum es in dem Buch geht und ihr dabei bedeutungsschwanger mit dem Buch vor der Nase rumgewedelt.
Obwohl ich es traurig zuklappen werde, werde ich es heute abend noch beenden. Vermutlich könnte ich ewig lesen, wie Nina von ihrer Familie erzählt, von der Vergangenheit ihrer Eltern, ihrer Kindheit, der Beziehung zu ihren Schwestern, Kindern, Freunden, ihrem Mann und ihren ersten Männern. Dazwischen immer wieder diese überbordende Liebe zur Literatur, die das Buch wie ein roter Faden durchzieht.
Hinzu kommt Ninas wunderschöne Art zu schreiben. Ich wünsche mir wirklich, dass sie mal einen Roman schreibt, denn sie ist nicht nur eine begnadete Leserin, sondern auch eine unfassbar talentierte Autorin, die mit wenigen Sätzen sehr viel sagen kann und einen präzisen Blick für das Wesentliche hat.
Manche Sätze sind so wunderschön, dass man sie sich ins Poesiealbum kleben könnte:
“Ich werde dich tragen, halten, dich bestärken, von jetzt an bis in alle Ewigkeit. Zuverlässigkeit: Ich werde für dich da sein. Und wenn du nicht mehr bist, dann werde ich da sein, um an dich zu denken.”
Wunderschöne Sätze, ohne falschen Pathos oder Kitsch, die mich wirklich tief berühren. Ja, ihr merkt es sicherlich – ich bin dem Buch verfallen!
Zudem erwische ich mich dabei in dem ca. 10seitigen Anhang zu blättern, auf dem alle übersetzten Bücher, die Nina in einem Jahr gelesen hat, aufgelistet sind. Ich befürchte das ein oder andere davon muss ich lesen.
NEUSTART
Aus der kleinen Pause wurde dann leider aus privaten Gründen doch eine große Pause. In der letzten Woche habe ich darüber nachgedacht, wie es nun mit dem Projekt weitergeht. Witzigerweise hat dann heute morgen das Buch den Ausschlag gegeben, aus dem ich überhaupt die Idee zu diesem Blog hatte. Mittlerweile ist nämlich “Tolstoi und der lila Sessel” von Nina Sankovitch erschienen und ich habe die ersten 100 Seiten inhaliert. Wenn das Buch so bleibt, wird es wohl eines meiner Lieblingsbücher überhaupt werden.
Mir hat das Buch aber vor allen Dingen auch die Augen geöffnet, wie dieses Blog eigentlich aussehen soll. Über Bücher zu schreiben, die man gerade so liest, ist die eine Sache, aber was stellt das jeweilige Buch eigentlich mit einem an. Welche Gefühle habe ich beim Lesen? Woran erinnert es mich? Was löst dieses Buch in mir aus? Das kann natürlich sehr persönlich sein, aber ich stelle beim Lesen von “Tolstoi und der lila Sessel” fest, dass diese ganz persönlichen und privaten Eindrücke auch einer anderen Person wiederum tiefe Einblicke bieten. Auch wenn man sich selbst in einer anderen Situation befindet, kann man doch für sich selbst eine Menge aus den Betrachtungen ziehen.
Ansonsten bin ich ganz zuversichtlich, dass es diesmal klappen wird. Im alltäglichen Leben gibt es immer mal Störfeuer, die man ignorieren oder mit denen man umgehen muss. Unter dieser Rubrik liefen die letzten Wochen bei mir allerdings nicht und das muss man dann auch einfach mal akzeptieren. Es gibt wichtigeres als ambiotionierte Projekte und einige Dinge lassen sich nun mal nicht beiseite schieben.
Da “Read every day” jedoch noch am Anfang stand, möchte ich dem Ganzen einen neuen Startschuss verpassen und werde einfach ab heute noch mal neu beginnen. Die alten Beiträge bleiben zwar bestehen, aber das Jahr beginnt noch einmal neu. Diäten müssen nicht immer Montags anfangen, Jahrespläne nicht immer am 1.1.
Alles andere bleibt wie gehabt. 100 Seiten… jeden Tag!
kleine Pause bis Ende der Woche
Aus privaten Gründen muss ich leider eine kleine Schreibpause bis Ende der Woche ankündigen. Dafür wird weiter viel gelesen und ich kann Euch dann einiges am Sonntag oder spätestens Montag berichten.
Tag 20 bis 24 – der verlorene König
In den letzten Tagen war leider absolut keine Zeit zum Posten. Wenn das Privatleben ein bisschen verrückt spielt, muss man sich zwischen posten und lesen entscheiden. Beides klappt dann doch manchmal nicht und dann lese ich lieber, damit das Projekt nicht ins Straucheln gerät.
Mit dem Straucheln ist es allerdings so eine Sache, wenn man so bescheuert ist wie ich und sein aktuelles Buch verliert. Nach einem Nachmittag verzweifelten Suchens habe ich “Der eiserne König” zum zweiten Mal bestellt und glücklicherweise heute erhalten, denn es ist einfach großartig. Märchenhaft, skuril, witzig – ich liebe es! Mein erstes Highlight 2012 – es sei denn das Buch wird noch total doof, was ich mal nicht hoffen will!
Zwei Tage warten auf den verlorenen König waren ziemlich doof, weswegen ich mir zwei Kurzromane von Heyne reingezogen habe und zwar “Geküsst” von P.C. Cast und “Blutflüstern” von Kim Harrison. Beides zum mal eben weglesen ganz nett – sozusagen die perfekten Lückenbüßer. Nun muss ich aber los… Snewitt, Hans und der Fuchs rufen mich!
Tag 18 und 19 – und nun… der König
Mit Kady Cross ist es nun gestern zu Ende gegangen und momentan bin ich mir nicht sicher, ob ich die Bekanntschaft noch mal erneuern werde, denn leider war “Das Mädchen mit dem Stahlkorsett” schon eine ziemliche Enttäuschung, die so nicht hätte sein müssen. Die Autorin verschenkt so viel Potential und es liegt glaube ich nicht daran, dass sie es nicht kann, sondern dass sie es irgendwie nicht wirklich wollte. Kann man mit angezogener Handbremse schreiben? Anscheinend ja!
Wer genaueres wissen will, der kann meine Meinung auch hier in der Leserunde auf der Bücherkiste nachlesen.
Und nun geht es weiter mit “Der eiserne König” von John Henry Eagle. Habe bisher nur ein paar Seiten geschnuppert und werde gleich schauen, ob ich diesmal einen besseren Griff ins Bücherregal getan habe.
Tag 17 – WordPress Wunder
Es ist doch faszinierend. Gibt es eigentlich für irgendwas KEIN WordPress Plugin??? Seit heute ziert rechts neben diesen Beitrag ein sogeanntes Progress-Plugin mein Blog. Dort könnt Ihr nun von an auf einem Blick sehen, was ich gerade lese und wo ich bin. Man kann das Plugin auch auf Hörbücher umstellen (dann zeigt es die Minuten an) oder auf “normale” Bücher. Momentan ist es auf den Kindle eingestellt, weil ich mein momentanes Buch nur als ebook besitze. Innerhalb von einer Minute ist alles eingestellt und komfortabel präsentiert.
Heute habe ich auf der Arbeit dämlicherweise in die Röhre geschaut, denn bei meinem Kindle war nach gut einem Monat tatsächlich der Akku leer. Tja, sowas passiert natürlich bei einem richtigen Buch nicht, aber egal, denn immerhin saß ich ja an der Quelle und habe deswegen ein paar Neuerscheinungen angelesen und jetzt geht es mit dem frisch aufgeladenen Kindle ins Bettchen. 50 Seiten Kady Cross müssen heute noch drin sein!
Tag 14-16 – immer noch in London
Okay… ich stelle gerade fest, wenn man am Wochenende was vor hat, dann ist das ganz schön Blöde mit dem täglichen Posten. Also entweder habe ich am Wochenende unendlich viel Zeit zum Lesen und Posten oder absolut gar nicht, weswegen es wohl doch öfter vorkommen wird, dass ich die zwei Tage am Wochenende mit dem Montagsposting zusammen verwurste.
Gerade dieses Wochenende stand aber auch einiges an. Familiengeburtstage, verspätete Weihnachtsfeiern, etc. etc., weswegen ich es auch tata zum ersten Mal nicht geschafft habe 100 Seiten an einem Tag zu lesen und zwar am Samstag. Ging einfach nicht, es sei denn ich wäre früh aufgestanden und da ich letzte Woche noch Urlaub hatte, weigere ich mich da schlichtweg.
Mein aktuelles Buch ist daran allerdings nicht schuld, wobei es mich auch nicht aus den Socken haut, wie ich anfangs noch dachte. “Das Mädchen mit dem Stahlkorsett” liest sich nett und Kady Cross hat viele wunderhübsche Ideen, aber sie nutzt diese nicht, um ein wirklich fesselndes Buch zu schreiben. Vieles bleibt zu oberflächlich, Gefühle und Seelenleben werden nur angedeutet und dabei ist die Handlung und auch die Figuren an sich sehr stimmig. Wirklich schade drum, aber vielleicht wird es ja auch noch besser oder die Autorin kann sich im zweiten Band (soll irgendwann 2012 auf englisch erscheinen) steigern. Noch würde ich eine Fortsetzung ebenfalls lesen. Mal sehen, ob das so bleibt!
Tag 12 und 13 – Kady Cross und Schreibratgeber
Gestern hatte ich leider ein paar Probleme mit dem Zugang zu meinem Blog (never touch a running system …), aber nun ist alles wieder im Lot. Gestern habe ich die ersten 100 Seiten von “Das Mädchen mit dem Stahlkorsett” von Kady Cross gelesen und finde es bisher sehr atmosphärisch. Ich stehe ja sowieso auf Steampunk, aber in diesem Roman sind die Anleihen an frühere literarische Werke besonders groß. Die Hauptfigur ist nämlich ein bisschen wie ein weiblicher Dr. Jekyl und Mr. Hyde
und zudem noch ziemlich kratzbürstig. Wie sie direkt auf den ersten Seiten einem zudringlichen Arbeitgeber ein paar auf die Rübe haut, ist ganz nach meinem Gusto!
Heute habe ich nur ein paar Seiten in dem Buch gelesen, weil ich mich länger mit einigen Schreibratgebern beschäftigt habe, was ich eigentlich nicht wollte, aber ich habe etwas in meinem Sachbuch-Regal gesucht und bin dann irgendwie im betreffenden Regal hängen geblieben. *räusper*
Morgen geht es aber mit Kady Cross weiter. Vermutlich werde ich das Buch auch noch dieses Wochenende auslesen.


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